Blog-Artikel mit dem Tag „Sehepunkte“

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    1653 In keiner Untersuchung zur Geschichte Alteuropas wird versäumt, auf die zentrale Rolle des Adels und seines spezifischen Selbstverständnisses für das, was mittlerweile "politische Kultur" genannt wird, hinzuweisen. Ebenso wenig hinterfragt erscheint die Bedeutung von familiären beziehungsweise Verwandtschaftsbeziehungen einerseits für eine auf dynastischen oder Geblütsprinzipen aufruhende politische Elite und deren Selbstverständnis, andererseits für die Konstruktion und das Funktionieren von Wegen und Modi der politischen Kommunikation und Aktion. Für den Bereich der italienischen Geschichte - vor allem das frühneuzeitliche Papsttum - liegen zahlreiche Studien vor, die sich den mit dem Verflechtungsbegriff beschriebenen Grundlagen frühneuzeitlicher Politik widmen - wobei die Verwandtschaft nur eines von vielen Elementen einer ausgedehnten Patronagestrategie darstellt.[1] Durch eine solche Herangehensweise, gewissermaßen eine Außenbetrachtung, konnten

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    Zu den Merkmalen der noch immer stark von den Arbeiten Karl Schmids geprägten deutschen Forschung zum hochmittelalterlichen Adel gehört die ungleiche Verteilung des Interesses auf dessen verschiedene Schichten. Während einige wenige Familien, die sich sowohl durch ihren hohen sozialen Rang und ihre politische Bedeutung als auch durch die außergewöhnlich gute Überlieferungslage auszeichnen, zu den Favoriten der Adelsforschung gehörten und das Interesse an Staatlichkeit den Blick auch auf die Ministerialität und den entstehenden Niederadel lenkten, erhielten die weniger bedeutenden gräflichen und edelfreien Familien deutlich weniger Aufmerksamkeit. Dieses Ungleichgewicht beginnt inzwischen durch neuere Forschungen ausgeglichen zu werden, doch steht der anzuzeigende Sammelband, der aus einer 1998 in Eichstätt veranstalteten Tagung hervorgegangen ist, über die weniger bekannten Grafen- und Edelfreienfamilien in Altbayern, Franken und Schwaben mit

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    In begründeter Fortführung der Böhmerschen Konzeption der Kaiserregesten bietet die Bearbeiterin sehr gelungene Regesten zu König Karl dem Kahlen von Westfranken von den Nachrichten aus erzählenden Quellen über seine Geburt 823 bis zur Krönung in Orléans 848. Erst nach 127 Regesten kann sie sich auf die bewährte Edition der Urkunden durch Georges Tessier stützen, die erst ab Oktober 840 beginnen. Den Gewinn gegenüber der Edition von Tessier beschreibt die Bearbeiterin bescheiden (X): ein Deperditum für die Bischofskirche St. Peter zu Bremen aus dem Winter 837/838 (Reg. 67), ein wieder aufgefundenes Original (Reg. 411), mehrere Deperdita (Regg. 347, 369, 372-388, 448 und 540) sowie Korrekturen bei der Beurteilung von Ganz- bzw. Teilfälschungen. Von 610 Regesten beziehen sich nur 147 auf Urkunden. Erst nach der Schlacht von Fontenoy am 25. Juni 841 setzt eine nennenswerte Urkundentätigkeit ein, während bis dahin nur fünf Diplome bekannt sind.

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    Die Herausgeber des vorliegenden Quellenbandes haben sich zwei wichtige Ziele gesetzt: Sie wollen die Geschichte des in der historischen Forschung bislang vergleichsweise wenig beachteten rheinischen Adels dokumentieren und zugleich in der Form eines an Studenten und Lehrende gerichteten Kompendiums "eine materialgestützte Annäherung an die adligen Lebenswelten der Frühen Neuzeit ermöglichen" (X). Die Publikation entstand im Kontext eines von den Herausgebern initiierten deutsch-französischen Forschungsprojekts, welches das Forschungsdesiderat zum rheinischen Adel für die Zeit zwischen 1750 und 1850 beheben soll. [1] Ihre Entstehung profitierte dabei von der engen Kooperation der Universität Köln mit der für die Pflege der rheinischen Adelsarchive zuständigen Archivberatungsstelle des Landschaftsverbandes Rheinland sowie den Vereinigten Adelsarchiven im Rheinland e.V., in deren Schriftenreihe der Quellenband auch erschienen ist.

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    Keine Erscheinung des alten Preußen - vielleicht abgesehen von der Figur Friedrichs II. - ist bis heute in der kollektiven Erinnerung und dem Mythenschatz so präsent wie die sagenumwobenen "langen Kerls", die direkt mit der Person des "Soldatenkönigs" Friedrich Wilhelm I. verknüpft sind.

    Als "lange Kerls" wurde im Volksmund das persönliche Regiment Friedrich Wilhelms I. bezeichnet, das 1717 aus der so genannten "Jagdgarde", die der Thronfolger seit 1709 in Königs Wusterhausen aufgebaut hatte, und dem Regiment Kur- und ab 1701 Kronprinz zusammengesetzt war. Später auch als Königsregiment bezeichnet, erhielt es gegen Ende des 18. Jahrhunderts die Stammnummer 6.

    Bereits zu Lebzeiten Friedrich Wilhelms I. sorgten die "langen Kerls" international für ebenso viel Aufsehen wie Kopfschütteln über die Bereitschaft des ansonsten bis zur Geizigkeit sparsamen und als "Plusmacher" apostrophierten Monarchen, der doch Unsummen in sein Regiment investierte, um

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    In Nordrhein-Westfalen gibt es eine archivische Sonderform: Die Personenstandsarchive (PA) in Brühl und in Detmold, die 2004 und 2005 das 50-jährige resp. 40-jährige Bestehen feierten. Beide Jubiläen sowie die darüber hinaus veranstalteten 'Detmolder Sommergespräche' boten Gelegenheit, der facharchivischen wie der interessierten Öffentlichkeit Besonderheiten und Bedeutungen der PA für die historisch-wissenschaftliche Forschung und für die mehr von Laien betriebenen Familienforschung vor Augen zu führen.

    Die Vorträge, die auf diesen Tagungen gehalten wurden, sind nun von Bettina Joergens und Christian Reinicke herausgegebenen worden. Einleitend erläutern sie die Gemeinsamkeiten des Archivtyps, der mit Kirchenbüchern, Zivilstands- und Standesamtsregistern die wichtigsten familienkundlichen Quellen bewahrt (12-21). Die insgesamt 17 Beiträge, die auf den multiperspektivischen Charakter der Tagungen verweisen, sind vier unterschiedlich langen

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    auswanderer Gefunden auf www.sehepunkte.de: Geschichte wird nicht nur für Historiker geschrieben. Da sind etwa die wissenschaftlichen Werke von Universitätslehrern, die auch den anspruchsvollen Laien anzusprechen suchen, daneben seriöse Überblicksdarstellungen aufgrund von Sekundärliteratur, die weder neue Erkenntnisse noch neue Thesen bieten sollen. Die meisten Darstellungen dieser Art dürften von Fachhistorikern stammen.

    Es gibt jedoch auch ernstzunehmende Publikationen mit historischem Sujet, die nicht aus dem universitären Milieu kommen. Für den Verfasser des vorliegenden Buches, Berufsbezeichnung "Sachbuchautor", aber auch Fernseh-Redakteur, Lektor und Übersetzer, ist dies nicht die erste Buchveröffentlichung. Auf eine Geschichte des Aquariums folgte ein auch in den USA publizierter Band über Bären und Menschen, nun die Auswanderung, und für 2010 angekündigt ist ein Titel über den Mond. Der zweite Teil der Homepage-Selbstbeschreibung - "[...] works at the intersection of cultural…

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