genealogy.net Blog

Juden in Westfalen und Lippe (JuWeL): ein Online-Projekt - Sat, 01 Jul 2017

„JuWeL”: Hinter dieser Abkürzung verbirgt sich ein großangelegtes Online-Projekt zur Familiengeschichte der Juden in Westfalen und Lippe. Das Landesarchiv NRW, der Verein für Computergenealogie (CompGen) und die Westfälische Gesellschaft für Genealogie und Familienforschung (WGGF) haben eine Plattform geschaffen, auf der familien- und ortsgeschichtlich Interessierte die jüdischen Personenstandsregister des 19. Jahrhunderts vom heimischen Schreibtisch aus erschließen können. Auf dem 7. Westfälischen Genealogentag in Altenberge bei Münster startete das Projekt im März 2017. Nach drei Monaten haben die freiwilligen Teilnehmer bereits die  Erfassung der Geburten, Heiraten und Todesfälle der Register aus dem Regierungsbezirk Münster abgeschlossen und insgesamt 18.809 Personendatensätze angelegt, die online recherchierbar sind (s. http://juwel.genealogy.net). 

Freigeschaltet sind nun auch die Register aus dem Regierungsbezirk Arnsberg, die nächste Etappe ist somit gestartet. Jeder Interessierte kann sich auf der Projektseite anmelden und beteiligen, wobei er entweder einen bestimmten Ort ansteuern oder sich vom System einfach die nächste noch unbearbeitete Seite vorlegen lassen kann. Einzige Voraussetzung ist eine gewisse Erfahrung mit dem Lesen alter Handschriften, die für Familien- und Heimatforscher aber ohnehin unabdingbar ist. Unterstützt werden die Teilnehmer von den Administratoren Thomas Dickel und David Merschjohann. 

Die Juden- und Dissidentenregister, in denen von 1815 bis zur Einführung der Standesämter 1874 die Geburten, Heiraten und Sterbefälle jener Einwohner Westfalens und Lippes registriert wurden, die nicht den Amtskirchen angehörten, sind fast vollständig und flächendeckend am Standort Detmold des Landesarchivs NRW erhalten. Das ist deutschlandweit eine Besonderheit. Bereits im vergangenen Jahr hat das Landesarchiv digitale Kopien der Register ins Netz gestellt und damit die Grundvoraussetzung für das Projekt geschaffen (www.lav.nrw.de).

GOV-Workshop - Einführung für Anfänger und zukünftige Bearbeiter - Fri, 16 Jun 2017

Die genaue Ortsbestimmung ist in der Familienforschung ein unerlässliches Hilfsmittel. Um die Ortsverwaltung in der Genealogie einfacher zu gestalten und um qualitativ hochwertige Daten für jedermann bereitzustellen, wurde das Projekt Geschichtliches-Orts-Verzeichnis (GOV) initiiert. Große Bedeutung für die Familienforscher haben die enthaltenen Angaben wie geographische Lage des Ortes, verschiedene Schlüsselzahlen, andere oder frühere Namen und historische Zugehörigkeit. Im GOV sind Kirchen, Kirchenkreise, Orte, Landkreise, Regionen u. ä. zu finden. 

Das GOV ist wie alle CompGen Projekte als Mitmachprojekt ausgelegt. Ein Bearbeiter muss neben dem Fachwissen oder entsprechender Literatur über die Ortsstrukturen, ebenfalls Grundwissen über die Bearbeitung in der GOV Datenbank verfügen. Im Rahmen eines Workshop wollen wir die verfügbare Literatur über Ortsstrukturen und Methoden zur Bearbeitung der GOV Datenbank zeigen. Die Teilnehmer des Workshops lernen neue und fehlende Eingaben ihres Forschungsgebietes anzulegen und fehlerhafte Eingaben zu korrigieren. Der Workshop wird als Grundlage die lokalen Orte verwenden, wobei die Systematik auf andere Regionen in Deutschland angewendet werden kann.

 

Details zur inhaltlichen Planung finden sich auf der folgenden Wiki Seite:
http://wiki-de.genealogy.net/GOV/Projekt#Planung_GOV-Workshop

Kölner Sterbeurkunden zur Hälfte indexiert - Sat, 13 May 2017

Die Hälfte der zur Erfassung angebotenen Sterbeurkunden des Standesamts Köln-Mitte 1876-1938 ist indexiert und durchsuchbar gemacht worden. Die Informationen in den Sterbeurkunden enthalten neben der verstorbenen Person auch meist neben der anzeigenden Person die Eltern bzw. Ehepartner. Die Namen sind für jedermann leicht in der Datenbank zu finden und direkt auf der Urkunde „übersetzt“ zu lesen. Die fleißigen Abtipper haben aus den ca. 67.000 Urkunden bisher über 225.000 Personen extrahiert, darüber sind 15 Monate vergangen. Mit den früher erfassten 156.869 Einträgen aus den Namensregistern zu den Sterbeurkunden von 1938-1978 des Standesamts Köln-Mitte sind noch mehr Personen erfasst. Wer Personen in Köln im Zeitraum 1876-1978 sucht, kommt an dieser Datenbank nicht mehr vorbei. Weitere Mitarbeiter werden gesucht. Es macht Spaß, die meist schöne und gut lesbare Handschrift der Urkundenschreiber zu entziffern. Es sind hervorragende Leseübungen für angehende und erfahrene Familienforscher. Sie sind herzlich eingeladen, die Mannschaft der Indexierer  zu erweitern. Als Teilnehmer können Sie sich hier kostenlos anmelden, wenn Sie noch keine Compgen-Kennung haben. 

Günter Junker

DNA Projekt: Eine Familie - Die Deutschen - Wed, 05 Apr 2017

Die DNA-Genealogie ist ein ganz neuer Bereich der Genealogie, der sich im Moment in einer rasanten Entwicklung befindet und der in Zukunft immer weiter an Bedeutung gewinnen wird. Dabei geht es nicht um eine Spielerei, sondern um ganz neue Erkenntnismöglichkeiten für genealogische und historische Fragestellungen.
 
Seit Januar 2017 bereiten wir eine Kooperation im Bereich der DNA-Genealogie vor, um die Entwicklungen in diesem neuen Bereich angemessen zu berücksichtigen und auch mitzugestalten. Die englische Firma Living DNA (http://www.livingdna.com) hat bei uns angefragt, ob wir uns vorstellen können, bei einem Forschungsprojekt zur Kartierung der "deutschen DNA" als genealogischer Partner mitzuwirken. Wir haben uns für eine Kooperation mit Living DNA entschieden, weil Living DNA anders als andere Anbieter in diesem Bereich seinen Schwerpunkt auf Europa legt, europäische Datenschutzvorschriften befolgt, einen ausgesprochen wissenschaftlichen Ansatz verfolgt und im Gespräch mit uns eine große Aufgeschlossenheit für die Anliegen der Genealogen in Deutschland gezeigt hat.
 
Das Projekt "One Family - The Germans / Eine Familie - Die Deutschen" hat das Ziel, die Verbreitung von DNA-Mustern im heutigen Deutschland und in den benachbarten Regionen, die vor dem 1. Weltkrieg zu Deutschland gehörten, in einem möglichst hohen Detailgrad zu zu erheben. Das Ziel soll darüber erreicht werden, dass mehrere tausend Personen, deren 4 Großeltern in einer Entfernung von nicht mehr als 80 km voneinander geboren sind, durch einen DNA-Test an der Studie teilnehmen.
 
Ein vergleichbares Projekt für Irland hat Living DNA vor einigen Monaten begonnen: https://www.livingdna.com/en-eu/irish-dna-research-project
 
Beteiligen kann man sich auf folgende Weise: Man kann entweder die Daten eines DNA-Tests von Ancestry, FTDNA, 23andme oder MyHeritage zu Living DNA hochladen, sodass sie ausgewertet werden können, oder man lässt einen neuen DNA-Test von Living DNA durchführen. Wichtig ist es auch, mögliche Teilnehmer an der Studie, über das Projekt zu informieren.
Living DNA wird die Testergebnisse entsprechend auswerten und daraus eine detaillierte Karte der für Deutschland typischen DNA-Muster erstellen. Teilnehmer beider Arten erhalten eine lebenslängliche Mitgliedschaft bei Living DNA, welche die Testergebnisse kontinuierlich auf den neuesten Stand bringen wird.
 
Der von Living DNA angebotene DNA-Test umfasst die Analyse aller drei DNA-Bereiche, die autosomale DNA (entspricht dem, was FTDNA, Ancestry und MyHeritage anbieten), die Mitochondrien-DNA und die Y-DNA.
 
Seitens des Vorstands wird die Kooperation von Timo Kracke betreut. Darüber hinaus freuen wir uns sehr, dass wir Dr. Tobias Kemper als Projektleiter gewinnen konnten. Er ist als ausgewiesener Fachmann im Bereich der DNA-Genealogie bekannt und hat uns bei diesem Projekt von Anfang an mit seiner Expertise unterstützt. Dr. Kemper wird als Ansprechpartner, für unsere Mitglieder und weitere Teilnehmer zur Verfügung stehen.
 
Die Aufgabe von Compgen ist vor allen Dingen, das Projekt mit seinem geschichtlichen und genealogischen Fachwissen zu unterstützen. Natürlich fällt uns auch die "Aufgabe" zu, über unsere Kommunikationskanäle und Netzwerke möglichst viele potentielle Probanden auf diese Studie aufmerksam zu machen.
 
 
Für Compgen selbst versprechen wir uns durch diese Kooperation eine erhöhte Aufmerksamkeit in der wissenschaftlichen Fachwelt, zumal geplant ist, dass wir als Co-Autoren bei diversen Publikationen mitwirken werden.
 
Für die Genealogen in Deutschland bedeutet das Projekt einen Nutzen in verschiedener Hinsicht: Es entsteht eine große Datenbank mit DNA-Proben, die endlich das im englischsprachigen Raum schon weit verbreitete DNA-Matching möglich macht. Dies ist die Voraussetzung dafür, dass die Möglichkeiten der DNA-Genealogie auch in Deutschland genutzt werden können. Die Kartierung der typischen DNA-Muster erlaubt eine biogeographische Analyse und Auswertung von DNA-Proben, die in ihrer Genauigkeit ganz erheblich über das hinausgeht, was derzeit von anderen Anbietern geleistet wird. 
 
Für unsere Mitglieder, die ihre DNA testen lassen wollen, konnten wir gestaffelte Sonderkonditionen erreichen, und zwar sowohl für diejenigen, die das 80-km-Kriterium zur Teilnahme an der Studie erfüllen, als auch für alle weiteren Interessierten. Alle Test-Kits für Teilnehmer an der Studie, die das 80-km-Kriterium erfüllen, kosten 89 € (zuzugl. Versand). Darüber hinaus erhalten CompGen-Mitglieder die das Kriterium nicht erfüllen den DNA-Test von Living DNA für 109 € (zuzügl. Versand) (Normalpreis: 159 €). Wer seine DNA für die Studie zur Verfügung stellt, erhält eine lebenslange kostenfreie Mitgliedschaft bei Living DNA mit Nutzung der Analyse- und Auswertungsmöglichkeiten.
 
Die Möglichkeit, die Ergebnisse eines bereits vorliegenden DNA-Tests zu Living DNA zu übertragen, wird ab sofort bestehen. Auch können neue Tests ab sofort bestellt werden, allerdings zurzeit nur mit einer englischsprachigen Anleitung. Tests mit einer deutschsprachigen Anleitung werden vorbereitet; sobald dies abgeschlossen ist, werden wir entsprechend informieren.
 
Die Startseite des Projekts bei Living DNA steht bereits auf Deutsch zur Verfügung; es wird daran gearbeitet, die Internetseite von LivingDNA insgesamt und insbesondere die Ergebnisseiten auch auf Deutsch zur Verfügung zu stellen. 
 
Die Projektseite bei Living-DNA kann unter folgender Adresse erreicht werden:

Pressemitteilung (deutsch)(englisch)

Dr. Tobias Kemper & Timo Kracke

Über 1.000 Adressbücher in der DigiBib - Sun, 02 Apr 2017

In diesem Monat haben wir das 1.000 Adressbuch in die DigiBib eingestellt.  Die bereitgestellten Bücher umfassen den Zeitraum von 1801 bis in die 1970er Jahre. Die Ortschaften reichen von A wie Aachen bis Z wie Zürich. Von einigen Gemeinden sind nur einzelne Bücher vorhanden, Köln ist mit 64 Ausgaben am häufigsten vertreten, gefolgt von Lübeck mit 54 Ausgaben.

 

Viele haben dazu beigetragen, diese beeindruckende Anzahl von Adressbüchern in unserer DigiBib verfügbar zu machen. Zu einem beträchtlichen Teil stammen die Vorlagen für die Digitalisate aus Kooperationen, wie zum Beispiel mit dem Sächsischen Staatsarchiv, Staatsarchiv Leipzig, Deutsche Zentralstelle für Genealogie, der Westdeutschen Gesellschaft für Familienforschung, dem Verein für Familienforschung e.V. Lübeck, dem Bayerischen Landesverein für Familienforschung, dem NS Dokumentationszentrum in Köln, Familysearch, dem Kommunalarchiv Minden, dem Archiv der Region Hannover und vielen anderen mehr, aber auch und das möchten wir besonders hervorheben, vielen privaten Spenden und Leihgaben. Nur ein kleiner Teil der Adressbücher wurde für die Digitalisierung mit Mitteln des Vereins für Computergenealogie beschafft. Die Digitalisierung der Leihgaben erfolgte zum in ehrenamtlicher Arbeit mit den von Compgen beschafften Buchscannern und zum Teil in Auftragsdigitalisierung.

 

Die Mitarbeiter der DigiBib können in diesem Jahr das 10-jährige Bestehen der DigiBib feiern. Allein seit Dezember 2014 konnten über 560 neue Adressbücher vorgestellt werden. Die ersten Adressbücher wurden im Juli 2007 vorgestellt (Ansbach (Bayern)/Adressbuch 1921, Bad Freienwalde (Oder)/Adressbuch 1913, Flensburg/Adressbuch 1847) 

 

Insgesamt werden zur Zeit im GenWiki 6.600 online und kostenfrei verfügbare Adressbücher nachgewiesen.  

http://wiki-de.genealogy.net/Kategorie:Online-Adressbuch

http://wiki-de.genealogy.net/Kategorie:Adressbuch_in_der_DigiBib

 

CompGen dürfte damit mit seiner Abteilung Adressbuch in der DigiBib der größte Anbieter auf diesem Gebiet sein.
Allen, die dazu beigetragen haben, sei an dieser Stelle herzlich gedankt. 

Gerhard Stoll, Horst Reinhardt, Marie-Luise Carl


Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen