Familienforschung 2015/2016

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Von vielen sehnlichst erwartet, war es heute endlich im Briefkasten: Das Sonderheft „Familienforschung“ des Vereins für Computergenealogie. Unter dem Motto „Ahnenforschung leicht gemacht – Computergenealogie für jedermann“ bietet das Heft ein Potpourri viele interessanter Beiträge rund um die Familienforschung. Angefangen mit einigen Beiträgen zu Grundlagen und Quellen liegt der Schwerpunkt auf Recherche im Internet und dem Ordnen, Aufbereiten, Sichern und Bewahren der Forschungsergebnisse.

Die Beiträge sind dabei so zusammengestellt, dass nicht nur Anfänger, sondern auch Fortgeschrittene viele Anregungen für ihre Forschung erhalten. Wie es sich für einen Verein für Computergenealogie gehört, werden natürlich (leider erst am Schluß des Heftes) auch die Computerprogramme für den Familienforscher vorgestellt und deren Stärken und Schwächen bewertet. Hier sehe ich die einzige Schwäche des Heftes, gerade bei diesem Thema ist das umso bedauerlicher, da es ja vom Verein für Computergenealogie herausgegeben wird. Die Bewertungen der Programme stammen nicht aus nachvollziehbaren Tests und durchgängigen Vergleichen anhand eines Anforderungskataloges, sondern sie basieren auf einer Umfrage des Vereins unter seinen Mitgliedern (die Auswertung der Umfrage gibt es in Heft 4/2014 der Computergenealogie). Die Bewertungen selbst sind demzufolge durchgängig nicht vergleichbar.

  • So wird zum Beispiel bei Brother’s Keepers als Schwäche aufgeführt, das keine Patenverwaltung möglich ist. Dies gilt für mindestens 50% der restlichen Programme ebenso, ist dort aber nicht erwähnt. Dies lässt für Anfänger den Schluss zu, dass alle diese Programme es können.
  • Darüber hinaus sind solche Hinweise wie „nicht intuitiv bedienbar“ oder „setzt an einigen Stellen leider Expertenwissen voraus“ subjektiv, da bei der Auswertung der Umfrage ja nicht geprüft werden konnte, ob der Nutzer der sich äußert, tatsächlich auch die notwendige Computerkompetenz hat, damit derartige Stellungnahmen allgemeingültig verbreitet werden können.
  • Der Hinweis beim Family Tree Builder von MyHeritage „Sorge um Datenschutz“ als Schwäche des Programms ist schon fast ehrabschneidend. Vermutlich konnten hier die betreffenden Teilnehmer an der Umfrage das Programm Family Tree Maker nicht von der Online-Stammbaumverwaltung bei MyHeritage unterscheiden.
  • Das bei Legacy als Stärke die Quellen- und Ortsverwaltung aufgeführt wird und dann als Schwäche die umständliche Quellenverwaltung genannt ist, deutet vermutlich einfach auf unaufmerksames Lektorat.

Als Gimmick ist dem Heft eine Heft-CD beigefügt. Das auf dieser CD nicht alle Demoprogramme enthalten sind, wird damit begründet, dass das Heft zwei Jahre lang verkauft wird und die Versionen dann überholt sind. Dies kann aber für die Links zu den Programmversionen auf den Herstellerseiten genauso gelten. Die enthaltenen Programme bzw. Links geben einen guten Überblick über die am Markt befindliche Software. Einen darüber hinaus gehenden Mehrwert bietet die CD jedoch nicht wirklich.

Mitglieder erhalten das Heft im Rahmen ihrer Mitgliedschaft, Nichtmitglieder können es über bestellen, beim Degener-Verlag oder im Buchhandel (ISBN 978-3-934624-26-9) kaufen.

Fazit: Bis auf den Lapsus bei den Computerprogrammen ein durch und durch gelungenes Heft mit einer klaren Empfehlung von mir.

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